Mensch, Rüdiger! von Sven Stricker | Gastrezension à la Leselaunen

Sonntag, Oktober 08, 2017

Original:"-"/2017, Rowohlt Verlag, 416 Seiten, Übersetzer/-in: -, broshiert, ★★★★★ 5 von 5 Sterne, hier kaufen als Buch oder eBook

Ich bin Neri, 29 Jahre alt und schreibe normalerweise für Leselaunen. Hier möchte ich die Chance nutzen, auf dem Blog von der lieben Renate eine Rezension zu verfassen und somit vielleicht auch einige von ihren Lesern kennen zu lernen und euch von einem meiner letzten Bücher zu berichten. Vielen Dank an Renate, für diese Möglichkeit.

Man muss auch mal loslassen können.
Rüdiger ist Lehrer. Verheiratet, Cordhose, 2 Kinder. Für den Rest der Welt ist er nahezu unsichtbar. An seinem 40. Geburtstag, mitten im Unterricht, merkt er, dass er sein bisheriges Leben nicht mehr erträgt. Er steht auf und geht. 
Tom hatte vor Jahren einen Bestseller. Danach: Schreibblockade, Lebensblockade. Jetzt sitzt er im Supermarkt an der Kasse, von Ohnmachtsanfällen heimgesucht, und hilft biologisch verteuerter Landwurst übers Laufband. Bis es auch ihm reicht.
Rüdiger und Tom treffen sich auf einer Talbrücke. Beide wollen die Welt hinter sich lassen. Am Ende aber beschließen sie: Fünf Tage lang werden sie testen, ob das Leben nicht vielleicht doch noch lebenswert ist.


Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen dürfen und war auch von Beginn an in der Geschichte gefangen. Die beiden Protagonisten des Buches werden sehr detailreich dargestellt und es gelingt leicht, sich mit ihnen zu identifizieren. Der Umstand ist mir beim Lesen besonders wichtig, denn nur dann habe ich Lust dranzubleiben, weiterzulesen.
Rüdiger ist Lehrer, verheiratet und hat Kinder. Tom ist erfolgloser Autor und arbeitet im Supermarkt. Die beiden haben eines gemeinsam: ihre Depressionen. Eines Tagen treffen sich beide auf einer Brücke, um das Leben hinter sich zu lassen. Dort beschließen sie, ihrem Leben noch eine Chance zu geben. Fünf Tage sollen es sein, die darüber entscheiden, ob es sich lohnt, am Leben zu bleiben.

Sowohl im Berufs-, als auch im Privatleben könnte es für beide besser laufen. Im Großen und Ganzen führen Unzufriedenheit beide in ihre Depression. Was mir besonders gefällt ist, dass das Buch voller Humor steckt. Die Krankheit wiegt beim Lesen nicht schwer, sondern schafft im Gegenteil – eine Leichtigkeit – die die Probleme von Tom und Rüdiger sehr wohl ernst nimmt, sie aber nicht zu sehr in den Mittelpunkt stellt.
Ich mag den Schreibstil des Autors Sven Stricker, weil er authentisch ist und fließend. Die Dialoge der Charaktere sind meist amüsant, wenn auch oftmals die Geschichten tragisch sind. Die Mischung aus Tragik und Komik ist hier sehr gelungen und das macht es für mich zu einem ganz besonderen Buch. Lebensbejahend und traurig-schön. Eine ganz klare Leseempfehlung.

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